Westensee-Wanderfahrt

Vergnügt, fröhlich und schon nach dem Raustragen der Boote vom schönen Kieler Wetter durchnässt machten sich am 20. August 2021 fünf wackere ARVler:innen, namentlich Felix K., Simon T., HP, Alko/oo und auch eine Gästin , Klara Siegert zusammen mit der Heura auf die Reise zum Westensee. Der Spaß sollte nicht lange auf sich warten: Zu Protokoll gegeben wurde, dass das erste Bier gegen 13:39 Uhr geöffnet wurde. Der ambitionierte Stadtachter-Athlet Felix nahm unterdessen in Hinblick auf das nahende Achterrennen mit Karotten vorlieb.

Aegir schien während der Fördepassage noch nach Genugtuung zu lechzen; „Wir sind Blau wie das Meer“ und „LuMa LuMa he!“ stellten, zumindest in der von uns dargebotenen Interpretation, keine besänftigenden Gesänge dar. Mit Antritt der Schleusung in den Nord-Ostsee-Kanal klarte das Wetter dann jedoch auf und die Schleusung selbst lief hervorragend. Wir hatten als Ruderboot einen eigenen VIP-Auslass-Slot und konnten guten Mutes auf das herrlich glatte Wasser des Kanals starten!

Wir kamen in den Genuss des Dreibrückenblicks, fast wären es vier, doch bekanntlich versteckt sich die Prinz-Heinrich-Brücke hinter der Olympiabrücke. Oder ist es andersrum? Viel Zeit, zu diskutieren, blieb uns nicht, denn ständig bekamen wir den ein oder anderen Seemannsgruß von den Pötten, bevor sie uns mit Wellen belästigten, und feierten den 75. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein mit einem Festmahl an Haferkeksen, Einhorn-Gummibärchen und Karotten. Der Präside hatte eine vegan/vegetarische Wanderfahrt angekündigt und wir haben uns freudig gefügt und davon beseelt ruderten sich die Kanal-Kilometer fast wie von allein.

 

Christian Becker hat uns bereits an der Umtragestelle erwartet – wahnsinnig angenehm, die Heura, die sich nach dem Rudern seltsamerweise schwerer anfühlt als vorher, mit einer Person mehr zu tragen! Nach einem sehr geselligen Päuschen dort (immer getreu des Mottos: je mehr Bier im Bauch ist, desto weniger muss man schleppen) ging es auf den Endspurt auf die Eider. Dort konnten wir Bekanntschaft mit seltsamen Haus-Flößen machen, sowie auch mit einigen netten Ästen, die einem zart über den Kopf gestreichelt haben, hat man sich nicht rechtzeitig geduckt. Mit HP hatten wir aber auf der Strecke einen grandiosen Steuermann, der zuverlässig Druck- und Duck-Befehle aussprach, wenn man zu tief im Gespräch über veganen Käseersatz steckte. Alk‰ war auch stets bemüht, nicht zu viel zu singen.

Endlich auf dem Westensee angelangt konnten wir bei der Schönheit der Natur schnell unsere Blasen (nicht jede:r mag es, zu pützen) und inzwischen drückenden Sitzhöcker vergessen und schließlich wohlbehalten anlanden.

Während wir uns fix in Christians Bootshalle eingerichtet haben, hat dieser uns Nudeln mit der Tomatensoße nach Lieblingsrezept seines zubereitet. Dabei mussten wir gemeinsam feststellen, dass wer glaubt, ein Kilogramm Nudeln reiche für sieben Ruderer:innen (Ellen war inzwischen nachgekommen), gewaltig irrt!

Es war noch ein herrlicher Abend. Bei einigen köstlichen Getränken konnten wir über Gott und die Welt („alles außer Politik“) reden und sogar einige Sternschnuppen beobachten. Als uns dann doch kalt wurde, obwohl wir alle Kleiderlagen, die wir anlegen konnten, bereits angelegt hatten, sind wir schließlich in der Bootshalle sofort eingeschlafen.

Samstag:

Plöpp, plöpp, plöpp, der Tag fängt an… Schon beim Aufstehen war klar – das Wasser an dem Tag schrie förmlich nach Skiffen! Das bestätigte auch Klara, die es bei einem Früh-Schwimmen direkt getestet hat. Zusammen mit Bettina, die für uns morgens Brötchen zum Frühstück besorgt hatte, haben wir nach Jenem alle Skiffs und die anderen Holz-Einer fertig gemacht und eine ausführliche Runde gemeinsam um den See gedreht. Dabei ist die ein oder andere kreativere Rudertechnik entstanden – das Wasser und die an diesem Tag angenehm warmen Temperaturen schrien aber auch förmlich danach, mit den Beinen seitlich am Boot baumelnd zu rudern. Ganz reingefallen ist aber niemand, auch wenn zwei von uns zum ersten oder zweiten Mal im Skiff saßen! Später sind auch noch drei Mädels vom Thetis dazugekommen, zum Abend hin auch noch eine Reihe von nachkommenden Bundesgeschwistern, die sich das tolle Wasser und Wetter nicht entgehen lassen wollten.

Highlight eines Tages, der mehr in und auf dem Wasser als auf dem Land verbracht worden war, war ein gemeinsames Treffen aller Boote auf einer Sandbank im Westensee, was corona-konformes Zuprosten erleichtert hat.

Wunderbar war auch das darauf noch folgende Abendessen, das wir an langer Tafel auf Christians Terrasse genießen konnten: griechischer Gemüseeintopf mit köstlichen Oliven, Feta-Käse und noch warmen Fladenbrot!

Zur Nacht hin verließen viele der zeitweise 18 Gäste den Westensee, sodass das Frühstück wieder in kleinerer Runde mit der teils ausgetauschten Besatzung der Heura stattfand. Nun besetzt von Ellen, HP, Klara, WilLi und Felix, legte das Boot nach dem Frühstück ohne Begleitung des Eisvogels ab. Den Westensee kannten wir spätestens seit dem Vortag gut genug! Nach ein paar unangekündigten Nackenschellen durch herabhängende Zweige, die Steuermann Felix nicht für würdig hielt, anzukündigen (immerhin konnte ER die Gefahr ja schon lange sehen) wurde es eine konzentrierte Fahrt mit der richtigen Menge an Pausen, um nach einem kräftezehrenden Wochenende wieder nach Hause zu kommen, obwohl dreißig Kilometer über Grund zu schaffen sind. Begleitet von einer Armada zugegebenermaßen schlecht bewaffneter Segelboote, die dennoch in der Lage waren, einige Wellen durch den Kanal zu schieben, ruderten wir Richtung Schleuse; stets in der Hoffnung, direkt geschleust werden zu können. Daraus wurde natürlich nichts, aber bei einem halbstündigen Anleger im Wartebereich für Sportboote, bei dem Klara auch mal die Toilette eines Segelbootes ausprobieren durfte, waren die Schleusenwärter:innen auch bereit, uns einzulassen. Etwas hektisch legten wir ab, sodass ein Ausleger zuerst am Steg hängen blieb, doch außer einem Schreck ist bei allen nichts passiert und wir fuhren in die Schleusenkammer ein.

Als sich das Tor zur Förde wieder öffnete, offenbarte uns der schon vermutete, raue Anblick derselben, doch kann man sich immer darauf verlassen, dass rücksichtslose Segelbootkapitäne das größere Ärgernis darstellen. So war es auch dieses Mal, die hohen Wellen meisterten wir hingegen mit Bravour und wurden mit von Schlag zu Schlag glatterem Wasser belohnt.

Besonderer Dank geht an FleXi für die großartige Planung der Wanderfahrt und an unseren lieben AH Christian Becker und seine Frau Steffi, die uns mal wieder nach Strich und Faden verwöhnt haben. Und an Robert Kaufmann für den schönen Aufsteh-Soundtrack!

 

Von Felix Kronenberg und Anna Louisa Kollster (den jüngsten Aktiven auf dieser WaFa)

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