25 h Ergochallenge
Blut, Schweiß und Galapagos-Gabelschwanzmöwe
Neues Jahr, neue Ergochallenge. Wie jedes Jahr stellten wir uns auch dieses Mal wieder der Aufgabe, ein Ergo für 25 h, in halbstündigen Abschnitten, mit motivierten Ruderern zu besetzen.
Den Anfang machte in neuer Kulisse die Präsidin höchstselbst. Wie bei manch anderem bedeutete ein Ende der Rudersaison für sie aber auch nicht das Ende des Übertrainings, sodass sie mit anhaltendem Muskelkater die erste Schicht erst mal entspannt bestritt.

Schnell zeichnete sich entgegen dem anfänglichen Trend allerdings ein wachsender Ehrgeiz der Fahrenden ab. Grund dafür war sicherlich auch, dass der Kilometerstand der letzten Challenge als Motivation neben dem Schichtplan auslag. Dabei waren wir, ganz in ARV-Tradition, aber nie zu ernsthaft, wodurch hier durchaus auch von der ein oder anderen Tanz- und Gesangseinlage zu berichten ist. Wer hier die Hüfte kreisen ließ? Darüber sollte nun wirklich kein Wort verloren werden. Was in Ergonähe passiert, bleibt schließlich in Ergonähe. Bei all der Bewegung und dem ganzen Trouble kam es sicherlich gelegen, dass auch für das leibliche Wohl gesorgt war. Jules hatte ihre reichhaltigen Sauerteigvorräte angezapft und beglückte uns mit frisch gebackenen Pizzabrötchen. Ob aus Unwissen oder aus schierer Tollkühnheit, war manch einer dennoch versucht, zuvor andernorts Verpflegung zu sich zu nehmen. Marina, einen Döner tief in der Misere, schien dies im Nachhinein eher zu bereuen. Dennoch glühte das Ergo nur so und die Stunden purzelten dahin. Währenddessen wurde abseits des Ergos fleißig gelernt, für Entertainment der Fahrenden gesorgt oder halt ein überfälliger Friseurtermin nachgeholt. Was man halt so macht.

Da es den Rahmen sprengen würde, die Stimmung jedes einzelnen Fahrenden gänzlich zu erfassen, hier eine unsortierte Sammlung von Tieren, die symbolisch die Gefühlswelt der Rudernden zusammenfasst: Zitteraal, Waldschnepfe, Schmetterling, Seekuh und natürlich die allseits bekannte Galapagos-Gabelschwanzmöwe. Da wundert es nicht, dass wir in Richtung Sonnenaufgang auf dem Ergo nur so dahinflogen, wobei die Nachtschicht-Fahrer lobend hervorgehoben seien, verließen sie doch das warme Bett für eine weniger kuschelige Erfahrung. Gegen Ende muss dann nochmal richtig gezogen werden. Der Rekord soll ja schließlich fallen. Unglücklich für die armen Seelen, die beeinträchtigt durch freitagnächtliche Aktivitäten, eine noch schwelende Krankheit oder vorherige Ergoschichten am Samstag die letzten anstrengenden Kilometer den Rekord weiter ins Wanken bringen mussten. Aber unsere letzte Fahrerin Lena bringt letztendlich den bereits zitternden Kilometerrekord zu Fall. Ereignisreiche 344,5 Kilometer gehen zuende. Schließlich wird der Versammlungsraum wieder in seinen Ausgangszustand versetzt und man kann nicht mehr erahnen, was sich hier die letzten 25 h zutrug. Blut, Schweiß und Galapagos-Gabelschwanzmöwen.
Simon Müller