Osterwanderfahrt nach Lübeck

Nach einem erfolgreichen Aufladen der Boote am Dienstag, stand der Osterwanderfahrt nichts mehr im Wege. Am Donnerstag trafen sich die motivierten Teilnehmer am Akademischen Ruderverein e.V. und fuhren mit Sprinter und Autos Richtung Bartelsdorf. Dort trafen sich alle auf dem Hof der Familie Ohlrogge. Nachdem die Bonner ebenfalls nach einer sehr langen Anreise in diesem kleinen Kaff antrafen, waren wir insgesamt über 30 Ruderwillige. Als allen ersten wichtigen Schritt wurden die Bierkästen aus dem Anhänger geladen und die Osterwanderfahrt wurde ausgiebig mit Bier und Eierlikör begossen. Nach einem scharfen Chili con Carne zur späten Stunde, traten alle die wohlverdiente Nachtruhe an. Einen besonderen Dank geht an dieser Stelle an die Familie Ohlrogge, die uns herzlich in ihren vier Wänden aufnahm und uns nicht im Kuhstall schlafen ließ.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück direkt los zur Rudergesellschaft Lauenburg, wo die Boote bereits fertig aufgeriggert auf uns warteten. Gemäß der Aufteilung durch unseren Wanderfahrtsführer Christian, haben sich alle auf die sieben (fünf ARV- und zwei geliehene) Boote verteilt. Dann ging es über die windige und wellige Elbe los zur ersten Schleuse, wo wir auf den Elbe-Lübeck-Kanal übersetzten. Hier nach genossen wir ruhigeres Wasser und die ersten Frühlingssonnenstrahlen. Das Tönnchen machte seinem Namen ganze Ehre und das überbesetzte Boot lag bald weit zurück – zum Verdruss der gesamten Bootsbesetzung. Nach einer kurzen Mittagspause, schafften wir eher mühsam und übermüdet den Rest der insgesamt 34 Kilometer des recht langweiligen Kanals bis nach Mölln. Dort im Ruderclub mit glühenden und verbrannten Gesichtern angetroffen, waren alle mehr als glücklich über die wohlverdiente Dusche. Nach den schärfsten Nudeln mit Tomatensoße, die das Chili con Carne vom Vortag bei weitem übertrafen, waren alle reif für das Bett. Zur Wahl des Schlafplatzes standen ein stickiger Versammlungsraum oder die eiskalten Bootshallen.

Nach einer mehr oder eher doch weniger erholsamen und sehr kurzen Nacht, gesellten sich am Morgen die Elite-Ruderer aus Dänemark zu uns an den Steg. Nach gefühlten 100 dänischen Rennbooten, konnten wir endlich auch den Steg nutzen, um los zu rudern. Heute standen die letzten 30 Kilometer bis Lübeck auf dem Programm. Jedoch war diese Etappe des Kanals deutlich angenehmer, da wir fünf Schleusen durchquerten, die ein wenig Abwechslung in den ansonsten recht eintönigen Kanal brachten. In Lübeck eingetroffen, fuhren wir samt Gepäck zu einer Sporthalle, die an diesem Tag unsere Übernachtungs-möglichkeit war. Offensichtlich waren die jungen Hüpfer unter uns Ruderern nach zwei Tagen mit über 60 Kilometern Strecke noch nicht genug gefordert, weswegen sie die Eventualitäten der Sporthalle fröhlich und motiviert ausnutzten. Da es unmöglich war, mit über 30 Personen einen Tisch im Restaurant zu finden, teilten sich alle in kleinere Grüppchen auf und genossen den Abend in der Innenstadt von Lübeck. Dank der zur Verfügung gestandenen Sportmatten, hatten alle eine deutlich bessere zweite Nacht.

Am Ostersonntag begrüßte uns Lübeck mit warmen Sonnenstrahlen, als wir mit dem Booten einmal um die Stadt herum fuhren. Nach dieser im Vergleich sehr kurzen Strecke, setzten wir die Boote auf die knapp 500 Meter entfernte Wackenitz über. Hier spielten HP und Laura Osterhasen und versteckten für alle Ostereier. Nach einer kurzen, bei manchen sogar euphorischen Suche, waren schnell alle Eier und Naschereien gefunden und wir setzten die Rudertour fort. Da an diesem Tag keine eintönige und lange Kanalfahrt anstand, ließen alle die Seele baumeln und ruderten mehr zum Schein – schließlich war ja Ostern. Nach reichlich Bier, einem wunderschönen Panorama und viel Entspannung, erreichten wir den Ratzeburger See. Die dort befindliche Herberge war unsere letzte Übernachtungsstation. Hier ließen wir uns bekochen und den Abend in Ruhe ausklingen. Zudem freuten sich alle nach drei Tagen Isomatten und Schlafsäcken über die richtigen Betten.

Trotz einer kleinen Verletzung am Kopf, ruderte unser alter Herr und Kilometer-Rekordhalter HP am nächsten Tag mit den anderen die 19 Kilometer lange Rundfahrt auf dem Ratzeburger See mit. Auf dem Rückweg zur Herberge durften sich nun auch die Letzten über massive Po-Schmerzen freuen. Während die Fahrer ihre Autos abholten, riggerte der Rest die Boote ab. Anschließend wurde alles in den Sprinter und Anhänger verpackt und die Boote wurden aufgeladen. Nach der herzlichen Verabschiedung von den Bonnern, machten wir uns auf den kurzen Rückweg nach Kiel.

Wir bedanken uns bei unserem gut organisierten Wanderfahrtsführer Christian, allen netten Unterkunftsgebern, Bootsausleihern und fleißigen Ruderern sowie Helfern für eine wunderschöne Osterwanderfahrt.

 

Sinje Dalhoff & Linda Büscher

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