Geschichte

Die Gründung

Am 10. Februar 1897 versammelten sich in einer kleinen Aula der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel insgesamt zwölf Studenten unter der Leitung des angehenden Juristen Klostermann. Dies war die Geburtsstunde des Akademischen Rudervereins Kiel.

Während des Kaiserreichs versprach sich das preußische Kultusministerium einen erzieherischen Wert des Rudersports als eine Alternative zu den bestehenden Studentenverbindungen. Zuvor waren bereits in anderen Städten weitere Akademische Rudervereine gegründet worden, wie in Hannover oder Bonn. In Kiel war der Verein zunächst nur eine lose Gemeinschaft ohne jeglichen kooperativen Zuschnitt, was besonders in Bezug auf den akuten Wettstreit, die Eventualität der schnellen Auflösung und die schwierigen Wasserverhältnisse der Förde problematisch war. Bereits 1899 konnte der Vorsitzende Erwin Baur jedoch den inneren Aufbau des Vereins ausbauen und festigen. Dies war insbesondere durch den Zusammenschluss des Verband Kieler Rudervereine begünstigt worden. Bis zum Ersten Weltkrieg wuchs die Anzahl der Aktiven und Alten Herren stetig an, was auch durch den Umzug in die neu renovierte Seeburg ermöglicht wurde.

Der Erste und Zweite Weltkrieg

1914 wurden die Ruderer des Akademische Rudervereins in den Krieg einberufen. Der Ruderbetrieb kam dadurch zum Erliegen. Das Rote Kreuz verwendete notgedrungen die Vereinsräume. Viele der Mitglieder fielen an der Front, weshalb es am Ende des Krieges zu einer schrecklichen Bilanz der Mitgliederzahl kam. Besonders die nun nicht mehr unbekümmerten Jugendlichen und Studenten hatte jegliches Interesse in Sport und Freizeitbeschäftigung verloren. Dennoch konnten ab den 1920ern Jahre wieder sportliche Rudererfolge der Kieler Ruderer verbucht werden.

Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise wurde dem Rudersport ein erneuter Dämpfer verpasst. Dieser führte abermals zu einer Stagnation des Ruderbetriebs und einem Rückgang der Anzahl der Aktiven des ARV.

Ebenso konnten während des Nationalsozialismus keine neuen Mitglieder verbucht werden, da man sich trotz versuchter Abgrenzung nach dem wesensfremden Führerprinzip richten musste. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren 51 ARV-Mitglieder gefallen und es gab keine bestehende Aktivitas mehr. Des Weiteren war die Seeburg fast vollständig abgebrannt und eine Vielzahl der Boote zerstört oder in einem sehr schlechten Zustand.

Die Nachkriegszeit und der Wiederaufbau

Den Akademischen Ruderverein Kiel wieder aufzubauen gestaltete sich äußerst mühselig. Insgesamt betrachtet kam es nach dem Krieg zu einem stetigen Auf und Ab des Ruderbetriebes, der Mitgliederzahl sowie der sportlichen Erfolge. Auf der einen Seite resultierte das mit der 68er-Bewegung einhergehende Infrage-Stellen von Tradition sowie Emanzipation in der Abnahme des Ruderbetriebes. Aus diesem Grund wurde in dem reinen Männerverein bereits frühzeitig über die mögliche Aufnahme von Frauen diskutiert, jedoch ohne Erfolg. Auf der anderen Seite begünstigte gerade die Kontinuität des ARV Kiel, wie eine jährlich festgelegte Reihenfolge und ein angelegtes Wanderfahrtenprogramm, eine höhere sportliche Aktivität.

Die Neuen Zeiten

Anfang der 1990er wurde im Verein die Debatte über weibliche Mitglieder immer konkreter. Da es aber sowohl befürwortende als auch ablehnende Stimmen gab, wurde schließlich ein Kompromiss gefunden und durchgesetzt: Ein voneinander abgetrennter Altdamen- und Altherren-Verband, sowie eine Damen- und Herrenriege. Die Grenzen der Gruppen wurden über die Jahre aber immer fließender bis schließlich eine gemeinsame Aktivitas und ein Altdamen- und -herrenverband zusammengelegt wurden.

1997 wurde das hundertjährige Stiftungsfest zelebriert und die Stimmung sowie Situation zum Jubiläum wurde positiv gesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alles in allem 504 Kieler Studenten aktiv im ARV gewesen. Das neue Jahrhundert sollte mit einer großen Menge an vielfältigen neuen Booten, Renovierungen und Rudererfolgen begonnen werden.

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